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Simone Biles

May 27, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
Simone Biles

Simone Arianne Biles wurde am 14. März 1997 in Columbus, Ohio, geboren. Ihr Weg an die Spitze des Turnsports war von Anfang an von Hindernissen geprägt. Gemeinsam mit ihren drei Geschwistern wuchs sie in einem Pflegeheim auf, da ihre leibliche Mutter aufgrund von Suchtproblemen nicht für sie sorgen konnte. Im Alter von sechs Jahren wurden Simone und ihre Schwester Adria von ihren Großeltern adoptiert. Bis heute hat Simone keinen Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter, betonte aber stets: „Meine Eltern sind meine Eltern, das war's.“

Ihr außergewöhnliches Talent fürs Turnen zeigte sich bereits in ihrer frühen Kindheit. Laut eigenen Aussagen übte Simone als Kleinkind Saltos vom Briefkasten. Bei einem Schulausflug wurde ihr Talent erkannt, und fortan trainierte sie unter der Leitung von Aimee Boorman, der damaligen Leiterin des olympischen Turnkaders. Um sich voll auf den Sport konzentrieren zu können, wechselte Simone 2012 zum Heimunterricht. Das bedeutete eine Erhöhung des Trainingspensums von 20 auf 32 Stunden pro Woche. In einem Interview erklärte sie: „Meinen Freunden zuzusehen, wie sie jeden Tag zur Schule gingen und über den Abschlussball sprachen, war für mich hart, aber ich bin schnell darüber hinweggekommen, denn wenn man das US-amerikanische Turnteam repräsentiert, vergisst man schnell irgendwelche Abschlussbälle.“

Der Aufstieg zur Weltspitze

Die Olympischen Spiele 2012 in London musste Simone noch von zu Hause aus verfolgen, da sie mit 15 Jahren zu jung für eine Teilnahme war. Ab 2013 begann ihr kometenhafter Aufstieg. Bei den World Artistic Gymnastic Championships gewann sie als erste Afro-Amerikanerin die Goldmedaille im Einzelwettbewerb. Trotz einer Schulterverletzung im Jahr 2014 riss ihre Siegesserie nicht ab. Sie verteidigte ihren Titel in den folgenden Jahren und ist bis heute ungeschlagen. Mit insgesamt sechs Goldmedaillen ist Simone Biles die am häufigsten preisgekrönte US-Turnerin in diesem Wettbewerb. Der Sportartikelriese Nike machte sie daraufhin zu seinem Werbegesicht.

Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro

Das Jahr 2016 markierte den Durchbruch in die absolute Weltspitze. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Gabby Douglas, Laurie Hernandez, Madison Kocian und Aly Raisman wurde Simone in den Kader für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro berufen. Die Ernennung verlief nicht ohne Kontroversen: Eine russische Hackergruppe veröffentlichte private medizinische Informationen. Simone reagierte öffentlich auf Twitter und gab bekannt, an einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zu leiden, weshalb sie Medikamente einnehmen müsse. Dieser Zwischenfall konnte ihren Erfolg nicht trüben. In Rio gewann sie drei Goldmedaillen im Einzel (Mehrkampf, Sprung, Boden) sowie eine Goldmedaille mit dem Team. Der Medaillenregen machte sie zur meist dekoriertesten US-Turnerin aller Zeiten – und das mit nicht einmal 20 Jahren. Bei der Abschlusszeremonie durfte sie die Flagge der USA tragen, eine Ehre, die zuvor noch keiner Turnerin zuteilwurde.

Kämpfe abseits der Turnmatte

Trotz des immensen Erfolgs blieb Simone bodenständig. In ihrer Freizeit kümmert sie sich um ihre drei Bulldoggen, schaut Serien auf Netflix und isst leidenschaftlich gerne Pizza. Doch der Druck der Öffentlichkeit und die Last ihrer Vergangenheit forderten ihren Tribut. 2021 offenbarte Simone, dass sie zu den vielen Opfern des sexuellen Missbrauchs durch den ehemaligen Arzt des US-Turnteams, Larry Nassar, gehört. „Auch ich bin eine der vielen, die Larry Nassar sexuell missbraucht hat“, erklärte sie. Diese traumatischen Erfahrungen, kombiniert mit dem enormen Leistungsdruck, führten zu psychischen Problemen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 zog sie sich von mehreren Wettkämpfen zurück, um ihre mentale Gesundheit zu schützen. „Mein Geist und mein Körper sind einfach nicht im Einklang“, schrieb sie auf Instagram. Dieser mutige Schritt löste weltweit eine Debatte über psychische Gesundheit im Spitzensport aus.

Comeback und Erfolge 2024 in Paris

Nach einer Auszeit kehrte Simone Biles stärker zurück. Sie kündigte ein Comeback an und sagte: „Ich will sehen, wozu ich fähig bin, wie talentiert ich sein kann.“ Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris bewies sie eindrucksvoll, dass sie immer noch zu den Besten gehört. Sie gewann Gold im Teammehrkampf, Gold im Einzelmehrkampf und Gold am Sprung, sowie Silber am Boden. Lediglich am Schwebebalken verpasste sie eine Medaille, was sie auf die ungewohnte Stille in der Arena zurückführte. Im Interview mit CNN sagte sie: „Das Finale am Schwebebalken ist immer das stressigste. Aber normalerweise haben wir Musik oder Hintergrundgeräusche ... Und ehrlicherweise tun wir uns leichter in einer Umgebung mit Geräuschen, weil es sich dann mehr wie im Training anfühlt.“ Trotz dieser Enttäuschung zeigte sie sich stolz auf ihre Leistung: „Ich habe vier Medaillen und bin darüber nicht sauer. Ich bin ziemlich stolz auf mich.“

Privatleben und Auszeichnungen

Simone Biles ist glücklich verlobt mit dem NFL-Spieler Jonathan Owens. Die beiden gaben ihre Verlobung 2023 bekannt und planen eine Hochzeit. Abseits des Sports engagiert sich Simone für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch und wurde 2022 von US-Präsident Joe Biden mit der Freiheitsmedaille ausgezeichnet – als jüngste Preisträgerin überhaupt. Zudem hat sie eine eigene Turnübung, „The Biles“, die bis heute keine andere Turnerin bei Wettkämpfen ausführen kann. Sie besitzt zudem einen spektakulären „Signature-Sprung“ namens „Biles II“, der aufgrund seines extrem hohen Schwierigkeitsgrads von keiner anderen Athletin im Frauenturnen geturnt wird.

Interessante Fakten und Anekdoten

Simone ist ein großer Zac-Efron-Fan und hat jeden seiner Filme gesehen. In der „Ellen DeGeneres Show“ schenkte ihr DeGeneres ein Efron-Trikot. Sie ist vernarrt in die Kardashian-Familie und schaut begeistert „Keeping up with the Kardashians“. Sie sammelt Schildkröten, meist in Stofftierform. Ihre schlechteste Angewohnheit ist, dass sie gerne ihre Schwester herumkommandiert. Sie kann nicht ohne ihren Glücksbringer – eine Figur des Heiligen Sebastian – an Wettbewerben teilnehmen. Sie hat Angst vor Insekten, insbesondere vor Bienen. Bei einer Siegerehrung musste sie sogar vom Podium springen, als eine Biene sie anflog. Sie liebt es, mit Make-up zu experimentieren, besonders mit Glitzer. Simones außergewöhnliche Karriere und ihr offener Umgang mit persönlichen Herausforderungen machen sie zu einer der inspirierendsten Sportlerinnen unserer Zeit.


Source: gala.de News


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