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«Wegbereiterin. Ikone. Inspiration.» US-Superstar Megan Rapinoe wird mit viel Pathos verabschiedet

May 27, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
«Wegbereiterin. Ikone. Inspiration.»
    
    US-Superstar Megan Rapinoe wird mit viel Pathos verabschiedet

Mit grossem Pathos und einer emotionalen Zeremonie haben die USA ihre Fussball-Legende Megan Rapinoe verabschiedet. Die 38-jährige Stürmerin, die im Sommer ihr Karriereende angekündigt hatte, absolvierte am 24. September 2023 ihr letztes Länderspiel im Trikot der US-Frauen-Nationalmannschaft. Das Spiel gegen Südafrika im Soldier Field in Chicago war mehr als nur ein Freundschaftsspiel – es war eine Hommage an eine Spielerin, die den Frauenfussball weltweit geprägt hat wie kaum eine andere.

Eine Karriere voller Titel und Rekorde

Megan Rapinoe gehört zu den erfolgreichsten Fussballerinnen aller Zeiten. Mit der US-Nationalmannschaft gewann sie zwei Weltmeisterschaften (2015 und 2019) sowie eine olympische Goldmedaille (2012) und eine Bronzemedaille (2021). Auf Vereinsebene spielte sie unter anderem für den Seattle Reign FC, Olympique Lyon und zuletzt für OL Reign in der NWSL. Ihre technische Finesse, ihre präzisen Flanken und ihr unverwechselbarer linker Fuss machten sie zu einer der gefährlichsten Angreiferinnen ihrer Generation.

Doch Rapinoe ist weit mehr als nur eine Sportlerin. Sie wurde zur Symbolfigur für soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und LGBTQ+-Rechte. Schon früh outete sie sich als homosexuell und nutzte ihre Plattform, um gegen Diskriminierung und Ungleichheiten zu kämpfen. Besonders bekannt wurde ihr Engagement für gleiche Bezahlung im Frauenfussball. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen klagte sie erfolgreich gegen den US-Fussballverband und erreichte einen historischen Vergleich über 24 Millionen US-Dollar.

Der Abschied: Emotionen und Ehrungen

Das letzte Länderspiel von Megan Rapinoe war von Anfang an als grosses Event inszeniert. Schon vor dem Anpfiff wurden Videos mit Grussbotschaften von Weggefährten, Trainern und politischen Persönlichkeiten eingespielt. Ihre Teamkolleginnen trugen Trikots mit der Nummer 15, ihrer Rückennummer, und die Zuschauer hielten Banner mit Aufschriften wie „Thank you Megan“ in die Höhe. Nach dem Schlusspfiff, den die USA mit 2:0 für sich entscheiden konnten, wurde Rapinoe auf dem Platz gefeiert. Sie bedankte sich mit bewegenden Worten: „Ich bin so unendlich dankbar für all die Liebe und Unterstützung. Dieser Moment bedeutet mir alles.“

Der US-Fussballverband ehrte sie mit einer offiziellen Zeremonie, bei der sie einen goldenen Schuh und eine Ehrenmedaille erhielt. Auch ihre Familie und ihre Verlobte Sue Bird, die ehemalige Basketball-Superstar der WNBA, waren anwesend. Bird, die selbst erst kürzlich ihre Karriere beendet hatte, würdigte Rapinoes Einfluss auf und neben dem Platz.

Ihr Vermächtnis: Mehr als nur Fussball

Megan Rapinoe hinterlässt ein Erbe, das weit über den Sport hinausreicht. Sie war eine der ersten Fussballerinnen, die sich öffentlich zu politischen Themen äusserte. 2016 kniete sie während der Nationalhymne aus Solidarität mit Colin Kaepernick und protestierte gegen Rassismus und Polizeigewalt. Später kämpfte sie für die Rechte von Transgender-Athleten und setzte sich gegen die Politik von Donald Trump ein. Ihre Haltung brachte ihr nicht nur Bewunderung, sondern auch Anfeindungen ein – doch sie liess sich nie einschüchtern.

Für viele junge Spielerinnen ist Rapinoe ein Vorbild, das zeigt, dass man sich nicht verbiegen muss, um erfolgreich zu sein. „Sie hat uns gelehrt, dass wir laut sein dürfen, dass wir kämpfen müssen und dass wir uns nicht mit weniger zufriedengeben sollten“, sagte die US-Nationalspielerin Sophia Smith in einem Interview. Ihre Teamkollegin Alex Morgan ergänzte: „Megan hat den Weg geebnet für eine ganze Generation. Sie hat uns gezeigt, dass wir sowohl auf dem Platz als auch ausserhalb kämpfen können.“

Die Reaktionen aus der Sportwelt

Die Verabschiedung von Megan Rapinoe löste weltweit Reaktionen aus. FIFA-Präsident Gianni Infantino würdigte sie als „eine der einflussreichsten Sportlerinnen unserer Zeit“. Auch die deutsche Nationalspielerin Lena Magull und die englische Stürmerin Beth Mead zollten ihr Respekt. In den sozialen Medien überschlugen sich die Posts mit Dankesworten und emotionalen Videos. Viele ehemalige Gegnerinnen, wie die Brasilianerin Marta, lobten Rapinoes Charakter und ihre sportliche Klasse.

Doch nicht alle waren begeistert. Konservative Kreise in den USA kritisierten Rapinoe weiterhin für ihre politischen Statements. Doch selbst ihre Kritiker mussten anerkennen, dass sie den Frauenfussball populärer gemacht hat als je zuvor. Die Zuschauerzahlen bei der WM 2019 und den NWSL-Spielen stiegen rasant – ein direkter Effekt von Rapinoes Popularität und ihrer Rolle als öffentliche Figur.

Rückblick auf die WM 2019 – Rapinoes Gipfel

Der absolute Höhepunkt ihrer Karriere war die Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich. Rapinoe führte die USA mit sechs Toren und drei Vorlagen zum Titel. Sie wurde als beste Spielerin des Turniers mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet und gewann den Goldenen Schuh als Torschützenkönigin. Ihr Tor im Viertelfinale gegen Frankreich – ein wuchtiger Freistoss aus über 25 Metern – ging als eines der schönsten Tore der WM-Geschichte in die Annalen ein. Besonders in Erinnerung blieb auch ihre elegante Art, den Ball zu kontrollieren, ihre Dribblings und ihre Torgefährlichkeit.

Neben ihren sportlichen Leistungen war die WM 2019 auch der Schauplatz für Rapinoes politisches Statement. Nach dem Titelgewinn sagte sie im Interview: „Wir haben gewonnen, weil wir die besten waren, aber auch, weil wir für etwas Grösseres kämpfen – für Gleichberechtigung, für Respekt, für alle Frauen.“ Diese Worte hallten nach und trugen dazu bei, dass der Frauenfussball endlich die Aufmerksamkeit bekam, die er verdient.

Der Weg zum Karriereende

Nach der WM 2023 in Australien und Neuseeland, bei der die USA im Achtelfinale ausschieden, gab Rapinoe ihr Karriereende bekannt. Sie hatte in den letzten Jahren mit Verletzungen zu kämpfen, vor allem mit einer Knieverletzung, die sie immer wieder zurückwarf. Dennoch hielt sie durch und half ihrer Mannschaft, die Eintrittskarte für die nächste Generation zu ebnen. In einem offenen Brief an die Fans schrieb sie: „Es ist Zeit, Platz zu machen für die nächste Welle. Ich bin so stolz auf das, was wir erreicht haben, und freue mich darauf, das Spiel von einer anderen Perspektive aus zu unterstützen.“

Ihr letztes Spiel in der NWSL für OL Reign fand am 1. Oktober 2023 statt und endete mit einer 0:1-Niederlage gegen den Angel City FC. Auch dort wurde sie mit stehenden Ovationen verabschiedet. Die Mitspielerinnen trugen sie auf den Schultern vom Platz, während die Fans Rapinoe-Gesänge anstimmten. Ein passender Abschied für eine Spielerin, die immer im Mittelpunkt stand, aber nie vergass, woher sie kam.

Ausblick: Was kommt nach dem Fussball?

Megan Rapinoe hat angekündigt, sich künftig noch stärker für soziale Projekte zu engagieren. Sie möchte eine Stiftung gründen, die Mädchen und LGBTQ+-Jugendliche im Sport fördert. Auch eine Karriere als TV-Expertin oder Moderatorin ist denkbar. In den USA wird sie bereits als mögliche Trainerin oder Funktionärin gehandelt. „Ich werde dem Fussball erhalten bleiben, aber auf meine eigene Art“, sagte sie in einem Interview nach dem Abschiedsspiel. Ihre Stimme wird auch abseits des Platzes weiterhin gehört werden – als Aktivistin, als Vorbild und als Ikone.

Die US-Nationalmannschaft muss nun eine neue Ära ohne ihre charismatische Führungsspielerin einleiten. Trainerin Vlatko Andonovski hat bereits junge Talente wie Trinity Rodman, Sophia Smith und Mia Fishel ins Team integriert. Sie stehen in der Tradition von Rapinoe – aber sie haben auch die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen. Der Abschied von Megan Rapinoe markiert das Ende einer goldenen Generation, aber auch den Beginn einer neuen.


Source: blue News News


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