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22-Jähriger verdient in einem Monat 180.000 € allein mit Abos  – Twitch bannt ihren neuen Star für immer

May 28, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
22-Jähriger verdient in einem Monat 180.000 € allein mit Abos  – Twitch bannt ihren neuen Star für immer

Der 22-jährige Adin Ross war noch im November 2022 einer der Top-Verdiener auf Twitch: Allein über Subs nahm er etwa 180.000 € ein. Der US-Amerikaner begann seine Streaming-Karriere mit Videos zu NBA 2k und GTA 5, wurde dann aber mit kontroversen „Just Chatting“-Inhalten erfolgreich. Er sah den kontroversen Andrew Tate als seinen Mentor. Twitch hat ihn nun permanent gebannt.

Adin Ross, ein aufstrebender Star der Streaming-Welt, hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Mit gerade einmal 22 Jahren schaffte er es, sich zu einem der bestverdienenden Content Creator auf Twitch zu entwickeln. Sein Aufstieg war rasant, aber auch von Kontroversen begleitet. Der jüngste Schritt der Plattform, ihn dauerhaft zu sperren, markiert einen Wendepunkt in seiner Laufbahn und wirft ein Schlaglicht auf die schwierige Balance, die Twitch zwischen Meinungsfreiheit und der Einhaltung von Community-Richtlinien finden muss.

Wer ist Adin Ross?

Adin Ross begann seine Streaming-Karriere im Jahr 2014, doch richtig Fahrt nahm sie erst 2020 auf. Damals erreichte er durchschnittlich 5.000 Zuschauer, indem er intensive NBA 2k-Partien zeigte und live um Geld spielte. Unter dem Hashtag „Make2kfunagain“ versuchte er, das Spiel zu verbessern und eine Community aufzubauen. Seine Authentizität und sein unverblümter Stil sprachen insbesondere junge Zuschauer an.

2021 explodierten seine Zuschauerzahlen regelrecht: Sie verzehnfachten sich auf durchschnittlich 50.800 Zuschauer. Der Grund für diesen explosionsartigen Anstieg war eine inhaltliche Neuausrichtung. Ross wandte sich dem Bereich „Just Chatting“ zu, wo er sich nicht mehr auf Spiele konzentrierte, sondern offene Gespräche führte, oft zu kontroversen Themen. Er positionierte sich als rebellischer Außenseiter, der keine Angst davor hatte, politisch unkorrekte Ansichten zu vertreten. Besonders prägend war seine Nähe zu Andrew Tate, dem umstrittenen Internetphänomen, der wegen frauenfeindlicher Aussagen in die Kritik geraten war. Ross bezeichnete Tate offen als seinen Mentor und orientierte sich an dessen Lebens- und Einstellungsstil.

Zu seinen erfolgreichsten Inhalten gehörten „Dating Shows“, in denen er angeblich live nach einer Freundin suchte. Diese Formate zogen Millionen von Zuschauern an, sorgten aber auch für Kritik, da sie oft frauenverachtende Stereotype bedienten. Trotz der Kontroversen wuchs sein Kanal unaufhaltsam. Im Jahr 2021 gewann er 4,76 Millionen Follower – kein anderer Streamer auf der Welt wuchs schneller.

Adin Ross verdiente bis zu 180.000 € im Monat

Sein finanzieller Erfolg auf Twitch war atemberaubend. Mit durchschnittlich 55.000 Zuschauern belegte er weltweit Platz 25 unter den gestreamten Kanälen. Allein über die Abo-Funktion (Subs) generierte er im November 2022 55.406 Abonnements. Bei einem angenommenen 70:30-Split zugunsten des Streamers entspricht dies etwa 180.000 Euro monatlich. Diese Summe umfasst nur die Einnahmen aus Subs; dazu kamen noch Spenden, Sponsoring und Werbeeinnahmen. Ross war damit einer der bestbezahlten Content Creator auf der Plattform.

Seine Einnahmen verdeutlichen, wie lukrativ das Streaming-Geschäft für die erfolgreichsten Akteure sein kann. Gleichzeitig zeigt es die Abhängigkeit der Plattform von kontroversen Persönlichkeiten, da diese oft die höchsten Zuschauerzahlen und damit die meisten Abos erzielen.

Ross immer unzufriedener auf Twitch – kündigt Wechsel an

Ab Februar 2023 eskalierte der Konflikt zwischen Ross und Twitch. Nach einer einwöchigen Sperrung beschwerte sich Ross öffentlich, die Plattform mache ihn „mundtot“ und schränke seine Meinungsfreiheit ein. Er zog Parallelen zu seinem Mentor Andrew Tate, der ebenfalls von mehreren Plattformen verbannt worden war.

Am 12. Februar gab Ross bekannt, dass er künftig auf der neuen Plattform „Kick“ streamen werde. Der Wechsel erfolgte nicht ohne Show: Er übertrug den Super Bowl live auf Kick vor 100.000 Zuschauern – ein klares Zeichen an Twitch und die Branche. Wenige Tage später, am 23. Februar, verkündete er, dass er dauerhaft auf Kick aktiv sein werde.

Kick ist ein relativ neuer Konkurrent von Twitch, der offenbar von einem Online-Casino finanziert wird. Die Plattform lockt Streamer mit großzügigen Exklusivverträgen und weniger strengen Community-Richtlinien. Für Ross, der sich von Twitch eingeengt fühlte, war Kick eine attraktive Alternative.

Twitch erlässt permanenten Bann – Ross spricht von Willkür

Am 25. Februar 2023 verhängte Twitch die achte Sperrung gegen Adin Ross – und diesmal war es endgültig. Die Plattform sperrte seinen Account ohne Angabe von Gründen. Ross selbst erklärte, dass der Bann grundlos erfolgt sei. Er betonte, dass er zum Zeitpunkt der Sperrung gar nicht auf Twitch gestreamt habe – was die Willkür der Entscheidung unterstreiche.

In einem Statement äußerte sich Ross verärgert und sarkastisch: Wenn er „blaue Haare“ hätte, Makeup trage und sich die Fingernägel lackiere, hätte Twitch ihn sicher nicht gebannt. Er warf der Plattform Doppelmoral vor und forderte seine Follower auf, sich ein eigenes Bild zu machen.

Die genauen Gründe für den permanenten Bann bleiben unklar. Spekulationen reichen von Verstößen gegen die Richtlinien zur Förderung von Hassrede bis hin zur Werbung für eine Konkurrenzplattform. Fakt ist jedoch, dass Ross mit seinen kontroversen Inhalten immer wieder an die Grenzen des Erlaubten gestoßen war.

Reaktionen und Analysen von Brancheninsidern

Der Bann von Adin Ross hat in der Streaming-Szene für Diskussionen gesorgt. Der einflussreiche Streamer HasanAbi äußerte sich besorgt über die Entwicklung von Ross. Er sagte, Ross sei in eine „rechte Szene“ abgerutscht und beschreite einen „dunklen, tiefen Pfad“. Menschen, die ihren Platz im Rampenlicht verlieren, hätten laut HasanAbi den Drang, nach rechts außer Kontrolle zu geraten.

Ross selbst hatte auf Twitter gepostet, es gäbe nur zwei Geschlechter – eine Aussage, die in der LGBTQ+-Community auf Kritik stieß. Solche Äußerungen wurden als weiterer Beleg für seine zunehmend polarisierende Haltung gewertet.

Die Kontroverse wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie geht Twitch mit Streamern um, die die Plattform kritisieren und gleichzeitig eine Konkurrenz bewerben? Und wo zieht man die Grenze bei Inhalten, die zwar ein großes Publikum anziehen, aber nicht „brand-safe“ sind? Twitch steht im Spannungsfeld zwischen Wachstum durch kontroverse Persönlichkeiten und der Abwehr von Werbekunden, die keine Assoziation mit sexistischen oder extremen Ansichten wünschen.

Bislang praktizierte Twitch ein System temporärer Sperren, um Grenzen aufzuzeigen. Der permanente Bann von Ross scheint jedoch eine härtere Gangart zu signalisieren, möglicherweise auch, weil Ross bereits seinen Wechsel zu Kick angekündigt hatte. Die Entscheidung könnte für Twitch einfacher gewesen sein, da Ross ohnehin kein treuer Partner mehr war.

Vergleich mit anderen Fällen: Dr. Disrespect und die Folgen

Ein ähnlicher Fall ist der des Streamers Dr. Disrespect, der 2020 von Twitch permanent gebannt wurde – ohne jemals eine offizielle Begründung zu erhalten. Dr. Disrespect wechselte zu YouTube, wo er ohne Exklusivvertrag streamt und weiterhin Millionen von Zuschauern erreicht. Anders als Ross hatte er jedoch nicht im Voraus einen Wechsel angekündigt und stand nach dem Bann ohne Verhandlungsbasis da.

Ross hingegen betont, dass er bereits einen Vertrag bei Kick unterschrieben habe. Daher sei ihm der Bann nun egal. Diese unterschiedliche Ausgangslage könnte erklären, warum Ross öffentlich weniger verunsichert wirkt. Dennoch bleibt die Frage, ob ein permanenter Bann auf Twitch langfristig negative Auswirkungen auf seine Karriere haben wird – etwa wenn Kick ebenfalls strengere Regeln einführt oder erneute Kontroversen auftreten.

Auswirkungen auf die Streaming-Landschaft

Der Fall Adin Ross zeigt, wie fragil das Geschäftsmodell von Streaming-Plattformen ist. Sie sind auf Content Creator angewiesen, die Aufmerksamkeit generieren – aber kontroverse Persönlichkeiten bergen Risiken. Twitch muss eine Balance finden zwischen der Monetarisierung polarisierender Inhalte und der Wahrung eines werbefreundlichen Umfelds.

Kick wiederum profitiert von solchen Eskalationen. Die Plattform positioniert sich bewusst als liberalere Alternative zu Twitch und lockt mit höheren Einnahmen für Streamer. Ob dies langfristig zu einer nachhaltigen Konkurrenz oder zu einer weiteren Fragmentierung des Marktes führt, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass Adin Ross mit seinem Wechsel und dem anschließenden Bann ein Exempel statuiert hat, das andere Streamer aufmerksam beobachten werden.

Die Episode unterstreicht auch die Macht von Plattformentscheidungen über die Karrieren einzelner Content Creator. Ein permanenter Bann kann einen jungen Menschen von heute auf morgen seiner Haupteinnahmequelle berauben. Im Fall von Ross könnte der Wechsel zu Kick ihm jedoch ein zweites Standbein bieten. Die Streaming-Welt wird sich weiterhin mit den Themen Meinungsfreiheit, Verantwortung und den wirtschaftlichen Interessen der Plattformen auseinandersetzen müssen.


Source: Mein-MMO News


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