Paul Rudd, 1969 in Passaic, New Jersey, geboren, hat eine Schauspielkarriere wie aus dem Bilderbuch hingelegt. Sein ursprünglicher Familienname lautete Rudnitzky – sein jüdischer Großvater ließ diesen Namen nach der Immigration der Familie in die USA in Rudd umändern. Schon früh entdeckte Rudd seine Leidenschaft für die Bühne: Nach der High School studierte er Theater an der University of Kansas und später an der American Academy of Dramatic Arts in New York. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich zunächst als DJ auf Bar Mitzwas – ein Job, der ihm half, sein Talent für Improvisation und Publikumsinteraktion zu schärfen.
Erste Gehversuche in Hollywood
Nach seinem Abschluss begann Rudd, wie viele seiner Hollywoodkollegen, am Theater. Den Brettern, die die Welt bedeuten, ist er bis heute treu geblieben – selbst auf dem Höhepunkt seiner Filmkarriere kehrt er immer wieder auf die Bühne zurück. Doch die meisten Fans kennen Paul Rudd als Darsteller in Serien und Filmen. Nach einigen kleinen Rollen begeisterte er die zumeist jugendlichen Zuschauer in der Teenager-Komödie „Clueless – Was sonst!“ (1995), in der er den charmanten Stiefbruder Josh Lucas spielte. Der Film wurde zum Kultklassiker und machte Rudd einem breiten Publikum bekannt.
Nur ein Jahr später folgte eine kleine, aber denkwürdige Rolle in Baz Luhrmanns Filmdrama „William Shakespeares Romeo + Julia“ – eine moderne Adaption des Klassikers mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes. Seine erste Hauptrolle ergatterte der aufstrebende Schauspieler an der Seite von Jennifer Aniston in der romantischen Komödie „Liebe in jeder Beziehung“ (1998). Der Film festigte seinen Ruf als vielseitiger Charakterdarsteller, der sowohl in romantischen als auch in komödiantischen Rollen überzeugt.
Der Durchbruch mit „Friends“ und Judd Apatow
Nach Rollen in erfolgreichen Filmen wie „Gottes Werk & Teufels Beitrag“ (1999) und „Wet Hot American Summer“ (2001) traf er seine ehemalige Kollegin Aniston 2002 am Set der Kult-Sitcom „Friends“ wieder. In der achten und neunten Staffel der amerikanischen Serie übernahm er die Rolle des Mike Hannigan, der sich in die liebenswerte und leicht verrückte Phoebe Buffay (Lisa Kudrow) verliebt und sie am Ende sogar heiratet. Seine Darstellung des sympathischen, etwas neurotischen Musikers brachte ihm große Popularität und die Zuneigung der Serienfans ein.
Nach dem Ende von „Friends“ (2004) begann die äußerst fruchtbare Zusammenarbeit von Paul Rudd mit dem Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten Judd Apatow. In den kommenden Jahren drehten sie zusammen eine Reihe von Komödien, die zu modernen Klassikern wurden: „Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy“ (2004), „Wake Up, Ron Burgundy: The Lost Movie“ (2004), „Jungfrau (40), männlich, sucht …“ (2005), „Beim ersten Mal“ (2007), „Immer Ärger mit 40“ (2012), „Wanderlust – Der Trip ihres Lebens“ (2012) und „Anchorman – Die Legende kehrt zurück“ (2013). Besonders in „Jungfrau (40), männlich, sucht …“ brillierte Rudd als bester Freund des von Steve Carell gespielten Hauptdarstellers – eine Rolle, die seine natürliche Komik und sein Talent für Duoszenen unter Beweis stellte.
Paul Rudd wird Ant-Man
Doch auch wenn Paul Rudd insbesondere durch seine Filme mit Judd Apatow lange „nur“ als Komödiendarsteller galt, weist seine Filmografie dennoch eine beeindruckende Vielfalt auf. 2013 gab Marvel bekannt, dass Rudd als Superheld Ant-Man aka Scott Lang gecastet wurde. Gemeinsam mit Michael Douglas und Evangeline Lilly ist er 2015 in „Ant-Man“ zu sehen – ein Film, der die Geschichte des schrumpfenden Helden mit einer Mischung aus Action, Humor und Herz erzählt. Der Erfolg war so groß, dass Rudd 2016 auch in „The First Avenger: Civil War“ auftauchte, wo sein Charakter eine wichtige Rolle im Konflikt der Avengers spielte.
2018 kam mit „Ant-Man and the Wasp“ die Fortsetzung, die noch mehr quantenmechanische Abenteuer und Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagden bot. Auch in den folgenden Jahren schlüpfte Rudd immer wieder für weitere „Avengers“-Fortsetzungen in sein Superheldenkostüm – darunter der gigantische Blockbuster „Avengers: Endgame“ (2019), in dem Ant-Man mit seiner Zeitreise-Idee den entscheidenden Wendepunkt des Films einleitet. 2023 kehrte er mit „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ zurück, einem noch abgefahreneren Trip ins Quantenreich, der die dritte Stufe des Marvel Cinematic Universe (MCU) einläutete.
Paul Rudd wird zum Geisterjäger
Wer kennt sie nicht, die US-amerikanische Science-Fiction-Fantasy-Komödie „Ghostbusters“? Nachdem sich Paul Rudd bereits als Superheld bewiesen hat, wurde er für die Fortsetzung des erfolgreichen Films gecastet und durfte sich auf Geisterjagd begeben. In „Ghostbusters: Legacy“ (2021) spielte er einen Lehrer, der die Enkel der ursprünglichen Geisterjäger auf ihre Mission vorbereitet. Der Film war ein großer Erfolg, und 2023 kam der zweite Teil „Ghostbusters 2: Firehouse“ in die Kinos – erneut mit Rudd in einer Hauptrolle. Neben diesen Blockbustern hat er in den letzten Jahren neue kreative Projekte angekündigt – ausruhen kommt für den ambitionierten Schauspieler nicht infrage. So wurde er Teil der hochkarätigen Besetzung der Serie „Only Murders In The Building“ und war neben Schauspielkollegin Meryl Streep in der dritten Staffel zu sehen. Die Bilderbuchkarriere von Paul Rudd wird also so schnell nicht enden.
Privates und interessante Fakten
Abseits der Leinwand ist Paul Rudd für sein jugendliches Aussehen bekannt – 2021 wurde er vom People-Magazin zum „Sexiest Man Alive“ gewählt. Das Geheimnis? Guter Schlaf: Mindestens acht Stunden versucht der Schauspieler pro Nacht zu bekommen. Er bezeichnet sich selbst als einen „Mega-Fan“ der Serie „Lost“ und gibt zu, dass seine Kinder ihn als Superhelden nicht cool finden: „Ich bin einfach ihr Dad“, so Rudd. Als Ant-Man aufkam, war die Reaktion seiner Tochter Darby nur: „Naja, du bist eben nicht Captain America.“
Noch bemerkenswerter ist seine Privatwohltätigkeit: Nachdem Paul via Facebook von einem Jungen erfuhr, der in der Schule gemobbt wurde, rief er ihn kurzerhand an. Er sprach dem Jungen gut zu und sandte ihm einen Brief sowie einen eigens signierten „Ant-Man“-Helm. Auch privat zeigt er sich als Superheld – bescheiden, freundlich und immer mit einem Lächeln.
Paul Rudd ist seit 2003 mit Julie Yaeger verheiratet, die er noch vor seinem großen Durchbruch kennenlernte. Das Paar hat zwei Kinder: Jack Sullivan Rudd (geboren 2006) und Darby Rudd (geboren 2010). Die Familie lebt zurückgezogen in New York und vermeidet das typische Hollywood-Leben.
Die erfolgreichsten Filme und Serien mit Paul Rudd
- 1995: „Clueless – Was sonst!“
- 1996: „William Shakespeares Romeo + Julia“
- 1998: „Liebe in jeder Beziehung“
- 1999: „Gottes Werk & Teufels Beitrag“
- 2001: „Wet Hot American Summer“
- 2002–2004: „Friends“ (Fernsehserie)
- 2004: „Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy“
- 2004: „Wake Up, Ron Burgundy: The Lost Movie“
- 2005: „Jungfrau (40), männlich, sucht …“
- 2006: „Nachts im Museum“
- 2007: „Beim ersten Mal“
- 2007: „Veronica Mars“ (Fernsehserie)
- 2007: „Dein Ex – Mein Albtraum“
- 2008: „Nie wieder Sex mit der Ex“
- 2009: „Trauzeuge gesucht!“
- 2010: „Woher weißt du, dass es Liebe ist“
- 2011: „Our Idiot Brother“
- 2012: „Wanderlust – Der Trip ihres Lebens“
- 2012: „Immer Ärger mit 40“
- 2012, 2015: „Parks and Recreation“ (Fernsehserie)
- 2013: „Anchorman – Die Legende kehrt zurück“
- 2015: „Ant-Man“
- 2016: „The First Avenger: Civil War“
- 2018: „Ant-Man and the Wasp“
- 2019: „Avengers: Endgame“
- 2021: „Ghostbusters: Legacy“
- 2023: „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“
- 2023: „Ghostbusters 2: Firehouse“
Paul Rudd hat sich nicht nur als wandelbarer Schauspieler, sondern auch als liebenswerter Mensch einen festen Platz in den Herzen der Zuschauer erobert. Seine Fähigkeit, sowohl in Tiefgang als auch in purer Komödie zu glänzen, macht ihn zu einem der gefragtesten Darsteller seiner Generation. Mit neuen Projekten wie der Serie „Only Murders In The Building“ und einer fortgesetzten Rolle im MCU bleibt der 57-Jährige ein Fixstern am Hollywood-Himmel – und beweist, dass wahre Klasse zeitlos ist.
Source: gala.de News